Wärmedurchgangskoeffizient der Eindeckung (U-Wert)W/(m²·K) oder BTU/(hr·ft²·°F)
Maß für die transmissionsbedingte Wärmeverlustrate durch die Gewächshaushülle ohne solaren Ertrag. Praxis- und Industriestandards: Einfachglas = 5,8 W/(m²·K) [1,13 BTU/(hr·ft²·°F)], Wellpolycarbonat = 6,0 W/(m²·K) [1,20], doppelwandige aufblasbare PE-Folie = 4,0 W/(m²·K) [0,70], Stegdoppelplatte Polycarbonat 8 mm = 3,3 W/(m²·K) [0,58], Stegdreifachplatte 16 mm = 2,4 W/(m²·K) [0,42]. Niedrigere U-Werte reduzieren den nächtlichen Brennstoffverbrauch drastisch.
Standard: 3,4 W/(m²·K) [0,60 BTU/(hr·ft²·°F)]
Auslegungs-Temperaturdifferenz (ΔT)Grad Celsius (°C) oder Fahrenheit (°F)
Absolute Temperaturdifferenz zwischen der nächtlichen Zieltemperatur im Pflanzenbestand (z. B. 16–18 °C für Tomaten/Gurken, 7 °C für kältetolerantes Wintergemüse) und der lokalen Norm-Außentemperatur (DIN EN 12831 / DWD 99 %-Perzentil). Eine Auslegung auf Tagesdurchschnittswerte führt bei extremen nächtlichen Kältespitzen unweigerlich zu irreparablen Frostschäden.
Standard: 29 °C (ΔT = 17 °C Innen - (-12 °C) Außen) [52 °F]
Luftwechselrate (LWR / ACH)Infiltrations-Luftwechsel pro Stunde (h⁻¹)
Frequenz des unkontrollierten Luftaustauschs des Gewächshaus-Gesamtvolumens durch Fugen, Scheibenüberlappungen und Lüftungsklappen. DIN EN 13031 / KTBL-Referenzwerte: Profil- und gummigedichtete Aluminiumkonstruktionen = 0,75 h⁻¹, verklebte Doppel-Folientunnel = 1,0 bis 1,5 h⁻¹, ungedichtetes Kitt-/Überlappungsglas oder verwitterte Holzrahmen = 2,0 bis 3,5 h⁻¹.
Standard: 1,25 h⁻¹ (ACH)
Windgeschwindigkeits-KorrekturfaktorDimensionsloser Skalierungsfaktor
Zuschlag für konvektive Auskühlung. Bei Starkwind brechen der äußere Wärmeübergangswiderstand und die Dichtigkeit der Außenhülle ein. Standardformeln kalkulieren eine Basiswindgeschwindigkeit von 24 km/h (15 mph). Ungeschützte Standorte mit anhaltenden Winterstürmen von 40–60 km/h erfordern einen empirischen Sicherheitszuschlag von 1,15 bis 1,25 auf die Heizlast.
Standard: 1,00 (Basiswert bei 24 km/h Wind)
Jahresnutzungsgrad des Heizgeräts (AFUE / η)Prozent (%)
Saisonaler feuerungstechnischer Wirkungsgrad bzw. Jahresnutzungsgrad. Ältere atmosphärische Warmlufterzeuger erreichen 78 %–82 % AFUE. Gebläseunterstützte Gewerbegeräte erzielen 83 %–88 %. Moderne Gas-Brennwertgeräte erreichen 93 %–96 %. Elektro-Heizregister arbeiten mit 100 %, während Inverter-Wärmepumpen eine Jahresarbeitszahl (JAZ / COP) von 2,0–3,0 (entspricht effektiv 200 %–300 %) liefern.
Standard: 82 %