Gesamtmehlmenge (Basis 100,0 %)Referenz-Grundmasse (Gramm / Kilogramm)
Die fundamentale Bezugsgröße in der Bäckermathematik, an der alle übrigen Zutaten prozentual skaliert werden. In handwerklichen Rezepturen entspricht das Gesamtmehl ausnahmslos 100,0 % – ganz gleich, ob ein einzelnes 800-g-Brot gebacken oder eine 50-kg-Charge geknetet wird.
Standard: 1.000 g (100,0 %)
Gesamte Teighydratation (Wasseraufnahme)Flüssigkeitsanteil (% der Mehlmenge)
Das Verhältnis der gesamten Flüssigkeit zur gesamten Mehlmenge. Klassische Richtwerte im Handwerk: 65 % bis 68 % für formstabile Einsteigerteige, 72 % bis 76 % für klassische Landbrote mit offener Porung sowie 78 % bis 85 %+ für grobporige Spitzenbrote oder Focaccia.
Standard: 75,0 % (Klassische Landbrot-Krume)
Anstellgut-Anteil (Inokulationsrate)Sauerteig-Impfmenge (% der Mehlmenge)
Der Anteil an reifem, triebstarkem Sauerteigansatz im Hauptteig. Der bewährte Bereich liegt bei 15 % bis 25 %. Unter 10 % drohen eine träge Versäuerung und enzymatischer Kleberabbau; über 30 % beschleunigt sich die Stockgare unkontrolliert und führt rasch zur Übergare.
Standard: 20,0 % (200 g pro 1.000 g Mehl)
Sauerteig-Hydratation (Fütterungsverhältnis)Wasser-Mehl-Verhältnis im Ansatz (% TA)
Die Feuchtigkeit, mit der das Anstellgut geführt wird. Eine klassische 1:1-Fütterung ergibt 100 % Hydratation (TA 200: 50 % Mehl, 50 % Wasser). Feste Sauerteige wie Lievito Madre (50 % bis 60 %) betonen milde Essigsäurenoten, während weiche Ansätze (100 % bis 125 %) die milchsaure Süße fördern.
Standard: 100,0 % (1:1-Fütterung: 50 % Mehl / 50 % Wasser)
Meersalz-KonzentrationKleberstruktur- & Gärungsregulator (% des Mehls)
Unverzichtbarer mineralischer Regulator zur Festigung des Glutengerüsts und Steuerung der Hefeaktivität. Der handwerkliche Goldstandard liegt bei 1,8 % bis 2,2 % (üblicherweise 2,0 %). Unter 1,5 % entstehen blasse Krusten und klebrige Teige; über 2,5 % hemmt das Salz die Gare zu stark.
Standard: 2,0 % (20 g pro 1.000 g Mehl)
Bassinage-WasserreserveGestaffelte Wassergabe (% des Rezeptwassers)
Der Teil des Schüttwassers (typischerweise 4 % bis 8 %), der bei der Autolyse zurückgehalten und erst später zusammen mit dem Salz eingeknetet wird. Die Bassinage ermöglicht einen optimalen Kleberaufbau im festeren Teig, ohne die empfindlichen Glutenstränge zu ertränken.
Standard: 4,0 % bis 5,0 % Reserve für die Salzphase
Mehlmischungs-AbsorptionsausgleichKompensationsfaktor Mehlbindung (% Wasseraufnahme)
Kompensationswert für die Wasseraufnahme von Schalen- und Ballaststoffen. Vollkorn-Weizenmehl bindet 10 % bis 15 % mehr Wasser als helles Auszugsmehl (Type 550), und Roggenmehl bindet dank Pentosanen bis zu 20 % mehr – dies erfordert eine Hydratationsanpassung für das gewohnte Teiggefühl.
Standard: 80 % Weizenmehl / 20 % Vollkornmehl
Umgebungstemperatur bei der StockgareThermischer Kinetik-Richtwert (°C / °F)
Die Raumtemperatur während der ersten Gärphase. Die Mikrobenaktivität folgt der Arrhenius-Kinetik: Das Temperaturoptimum für wilde Hefen und Milchsäurebakterien liegt zwischen 24 °C und 27 °C; bei 18 °C halbiert sich die Fermentationsgeschwindigkeit bereits annähernd.
Standard: 24 °C (Standard-Gärtemperatur)